Mittwoch, 25. Mai 2016

Ginger Animal prints

Da ist sie also - meine Animal Print Ginger. Wo hab ich die Ginger Jeans in den letzten Monaten nicht überall gesehen? Gefühlt haben alle schon eine Ginger Jeans genäht und jetzt komme ich wie die verspätete Fastnacht (hat ja durchaus Methode dieses Jahr) und muss auch eine Ginger ausprobieren.

Der Me Made Mittwoch steht heute unter dem Motto Animal Prints - und da passt meine neue Ginger und noch ein paar andere Me Made Teile aus meinem Schrank ziemlich gut!

Vor zwei Jahren, als ich von der unglaublichen Fülle und Menge an Stoffen, unglaublichen Mustern Farben und Möglichkeiten des Selbernähens noch völlig überrumpelt war (okay, das impliziert, dass es jetzt nicht mehr so ist, das stimmt aber so nicht ganz...), habe ich diesen Stoff gekauft in der absoluten Sicherheit, dass er eigentlich eine Hose ist.

Bis ich dann aber endlich soweit war, dass ich  mir zutraute die Passform einer Hose in den Griff zu bekommen, war ich mir gar nicht mehr so sicher, dass ich eine Hose aus diesem Stoff haben wollte und nicht doch lieber einen Rock .

Aber jetzt ist sie da - und gefällt mir, das verrückte Ding! Ginger, low rise, gerades Bein in verrücktem Animal Print (und Stoff für einen Rock habe ich auch noch übrig) :


Aber ich muss dazu sagen, dass ich hier wesentlich mehr Anpassungen vornehmen musste, als bei der Jalie Jeans, die ich Euch neulich zeigen konnte.

Es ging damit los, dass ich die Erfahrung machte, die so manch andere von Euch auch schon machte: anhand des Hüftumfangs habe ich meine Größe identifiziert. Da ich zwischen zwei Größen lag, und der Stoff Elasthan Anteil hat, wählte ich mutig die kleiner Größe und hatte nach dem Zusammenheften einen Sack an.

Ich hätte es sehen können, da ich die Schnittteile der Jalie Jeans ja auch schon hier rumliegen hatte. Die habe ich auch tatsächlich genutzt, um die Schrittnaht  zu vergleichen und festzustellen, dass ich bei der Ginger - trotz low rise - locker 3 cm in der Schrittlänge wegnehmen kann. Und ich könnte nochmal bestimmt 1 cm wegnehmen.

Stolz wie Oskar, dass ich das erkannt hatte, habe ich den Rest dann irgenwie ignoriert. Gut, das musste ich dann durch "Hose an, abstecken, Hose aus, enger nähen, Hose an, abstecken, Hose aus, enger nähen...." in gefühlten 50 Iterationen anpassen. So lange, bis ich dachte, noch mehr und meine Hand ist zu breit für den Eingriff der vorderen Hosentasche...

So geht's jetzt und die Hand geht grad eben auch noch in die Tasche. Aber  - bissel weit ist sie immer noch, dafür aber sehr bequem...

Das nächste Mal wähle ich ganz sicher einen Nummer kleiner (dann habe ich vielleicht nur noch 2 Iterationen) - oder siegt die Bequemlichkeit? Mir fällt in letzter Zeit auf, dass ich Skinny Jeans immer öfter als sehr beengend wahrnehme, ohne dass ich irgendwie zugenommen hätte.... Wer schön sein will, muss leiden? Och nö, eigentlich nicht....

Und das Muster ist ganz cool - eigentlich sieht man dank des Musters gar nicht, ob sie gut passt, oder nicht. Also passt sie ;-)


Find ich.


Die nächste wird aus Jeansstoff, definitiv eine Nummer kleiner (da ist sie sicherlich immer noch weit von Skinny entfernt), vielleicht dann mal low rise mit skinny leg - mal sehen.

In der gleichen Stoffkauf Session fiel mir auch ein Animal Print Pannee Samt in den Warenkorb. Was ich damit wollte - keine Ahnung. Aber nun war er da und wartete.

In einem ersten Schritt verwendete ich ihn für meinen Blazer (hier schon verbloggt), den ich immer noch gerne anziehe und an dem mir dieses Detail echt super gut gefällt.


Danach war noch eine ganze Menge von dem Samt übrig - und wartete....

Bis mir dann vor einigen Wochen der Schnitt für das Oversize Shirt Maikika von Schnittgeflüster über den Weg lief, den wollte ich unbedingt haben. Und um die Größe zu testen, grub ist diesen Panneesamt wieder aus - er musste jetzt endlich mal vernäht werden.

Also habe ich den Schnitt schnell zum Plotten geschickt, mich für die kurze Version mit überlappendem Vorderteil entschieden - und find's echt rockig!


Der Schnitt gefällt mir auch sehr und es gibt auch noch eine einfarbige Variante - die zeig ich aber ein anderes Mal!

Was schließe ich jetzt daraus? Kann ich mit Animal Print etwas anfangen? Ja, ganz sicher ;-) - ich find's cool!

Nochmal die ZuSammenfassung:

Schnittmuster Hose: Ginger Jeans von Closet Case Patterns, Low Rise, stovepipe legs
Stoff: Animal print Köper mit 3% Elasthan
Anpassungen: genäht in Gr. 8, Schrittlänge um 3 cm verkürzt, überall massiv Weite weg genommen
Schwierigkeit: mittel, eine Jeans hat ja doch viele Elemente 
Nochmal machen: ja, definitiv, dann aber mindestens eine Nummer kleiner

Schnittmuster Blazer: burda Schnitt, hier beschrieben

SchnittmusterOversize Shirt Maikika von Schnittgeflüster 
Stoff: Animal Print Pannee Samt
Anpassungen: genäht in Gr. 34, Schnitterweiterung für überlappende Vorderteile, keine Änderungen
Schwierigkeit: leicht
Nochmal machen: ja, einfarbig aus weichem Strick

Jetzt schnell beim MMM vorbei, und dann schnell bei Euch nachsehen, wie das bei Euch so ist, mit Animal Print ;-)!

Euch noch eine schöne Woche!

Viele Grüße,

Suse


Mittwoch, 11. Mai 2016

Jalie Jeans

Hosen und vor allem Jeans selbst nähen können - das ist für mich aktuell das Ziel 2016. Hier findet Ihr meine bisherigen Erfahrungen.

Die "Woman Stretch Jeans" von Jalie  hatte ich letzes Jahr schon mal als Probemodell versucht (hier gezeigt) allerdings auf allen Schnick und Schnack verzichtet, da ja Probemodell.

Jetzt wollte ich aber endlich eine richtige, echte Jeans mit allem drum und dran. Und da ausgestellte Beine inzwischen wieder "en vogue" sind, ist die Jeans von Jalie für mich der Schnitt der ersten Wahl.

Genäht habe ich wie schon beim Probemodell Gr. 28 und habe auch diesmal am Rücken 2 cm weggenommen. Unter Umständen könnte ich sie noch ein klein wenig enger nähen, aber mein Versuch eine ganze Nummer kleiner zu nähen war dann etwas zu ambitioniert und ein klarer Fall von Presswurst mit Atemnot und damit für die Tonne.

Außerdem habe ich mir diesmal von der Ginger Jeans den leichten Formbund geklaut, da der bei mir einfach besser sitzt. Der Jeansstoff (aus dem örtlichen Stoffladen) hat die im Schnittmuster angegebenen 4 % Elasthan Anteil.

Und sie sitzt gut (dehnt sich etwas aus nach einem Tag Tragen, aber absolut im erträglichen Bereich).

Die Falten an den hinteren Oberschenkeln habe ich tatsächlich an jeder Kaufjeans auch - die kann man sicherlich auch reduzieren, aber im Vergleich mit meinen gekauften Jeans bin ich mit dem Ergebnis super zufrieden.

Die (englische) Anleitung von Jalie ist ziemlich knapp aber ich finde sie ganz gut verständlich und klar (besser als manche burda Anleitung): Eine Punkt für Punkt Anleitung auf 2 Seiten begleitend dazu noch grafische Darstellung der einzelnen Punkte - wenn man schon mal eine Hose / Jeans zusammengenäht hat, kommt man gut klar, aber so ganz Anfänger sollte man nicht mehr sein. Die Reihenfolge, wann was mit Ziernähten versehen werden sollte ist hilfreich.


Trotzdem sollte man, auch wenn es lästig ist, bevor man mit Ziernähten anfängt die Jeans erst Mal komplett inkl. Bund zusammenheften, um die Passform zu testen. Wenn's dann nach eventuellen Anpassungen sitzt, alles wieder auftrennen, dann alles ordentlich zusammen nähen und die Ziernähte anbringen.
Das ist viel Arbeit, aber festzustellen, dass die Jeans nicht passt und dann schon alle Ziernähte haben, ist noch viel lästiger, denn das Auftrennen von Ziernähten hinterlässt massive Spuren...

Abgesehen von der Passform haben es die Ziernähte doch auch in sich:
Nachdem ich damit bei meiner Girfriend Jeans echte Probleme hatte (Schlaufenbildung auf der Rückseite, ständig gerissenen Zierfaden, Nähmaschine frisst Stoff und Faden...) hatte ich diesmal einen Heidenrespekt davor.

Die Recherche im Internet ergab folgendes dazu:
  • benutze Jeansnadeln, oder Topstitch Nadeln. Die können auch mit dem Topstich Garn umgehen
  • Unterfadenspannung hochsetzen (normal bei mir 3-4, für die Ziernähte hatte ich 7-8 eingestellt)
  • die ersten Stiche mit dem Handrad nähen
  • langsam und geduldig nähen - im Zweifel an schwierigeren Stellen (mehrere Stofflagen oder Nähte, Ecken, Kurven, Richtungswechsel etc) das Handrad benutzen und lieber einen Stich mehr als einen zu wenig mit dem Handrad nähen
  • für gerade Stiche an den Kanten habe ich den Blindstichfuß genommen, da man hier eine super Führung hat und sehr gerade nähen kann
Das sind bestimmt nicht alle Tipps, die man so findet, aber genau diese habe ich angewendet - und sieht da, diesmal hat es ohne größere Probleme funktioniert.



Die Hosentaschen sind etwas groß, finde ich, aber ich kann damit leben- Da ich bestimmt noch eine Jalie Jeans nähen werde, kann ich das ja dann anpassen.

Mit dem letztes Jahr angefangenen Makerist Kurs zum Thema Hosengrundschnitt konstruieren bin ich noch nicht weiter gekommen. Mir hat in den letzten Monaten echt die Geduld und die Zeit dafür gefehlt, insofern kann ich dazu leider noch nichts weiter berichten.
Mal sehen, wann ich damit weiter komme.

Hat den vielleicht schon mal jemand anderes bis zum Ende gehört und umgesetzt? Eure Erfahrungen damit würden mich interessieren...

SchnittmusterWomen stretch Jeans von Jalie, tiefer Bund
Stoff: Strech Jeans (woher weiß ich nicht mehr)
Anpassungen: genäht in Gr. 28, am Rücken etwas enger gemacht, Formbund von der Ginger Jeans benutzt
Schwierigkeit: mittel, eine Jeans hat ja doch viele Elemente 
Nochmal machen: ja, definitiv.

Und, gibt es noch mehr Hosen beim Me Made Mittwoch? Daniela von Green Bird zeigt uns jedenfalls einen super schönen selbst gestrickten Pulli!

Euch noch eine schöne Woche!

SuSe

Mittwoch, 4. Mai 2016

Zusammen etwas Nähen

Bluse Pam La Maison Victor 1 2016
Quelle: La Maison Victor
Dieser Beitrag schlummert schon eine ganze Weile auf meiner Platte - es sollte in den letzten Wochen einfach nicht sein, das mit dem Bloggen. Mal war zu viel anderes zu tun, mal hatte ich keine Fotos, mal wollte ich lieber nähen als Bloggen und dann musste ich auch noch das Bloggertreffen in Stuttgart absagen, da mich die winterliche Erkältungswelle dann doch noch kurz vor knapp erwischt hat.

Ganz neidisch habe ich die begeisterten Berichte derjenigen gelesen, die es geschafft hatten, gemeinsam mit Muriel (Nahtzugabe5cm) und Elsa (Elsas Nährstoffe) die Stuttgarter Stoff-, Knopf- und Nadel und Faden Szene sowie viele tolle Gespräche mit interessanten Gesprächspartnerinnen zu genießen. Und der nächste Termin für einen tollen Ausflug steht schon und ich habe wieder keine Zeit...so was doofes, aber irgendwann werd' ich es schaffen ;-)!

Genäht habe ich aber in den letzten Wochen dann doch noch das eine oder andere Teil - manchmal sogar auch in netter Gesellschaft! Denn meine Freundin M. und ich trafen uns zu einem gemeinsamen Nähtag (selten genug, aber toll war's!!!)

Und entstanden ist die Bluse Pam aus der La Maison Victor (Ausgabe Januar/Februar 2016).

Verwendet hab ich einen schönen jeansblau gemusterten Viskosestoff, der letztes Jahr bei butinette zu bekommen war. Der fließt ganz toll und fühlt sich ganz weich an. Genau richtig jetzt für den Übergang - nicht zu warm bei Temperaturen um 20 Grad aber doch auch warm genug mit Strickjacke drüber.
Beim Versäubern habe ich mir diesmal etwas mehr Mühe gegeben und französische Nähte gemacht.

Dabei näht man die Teile nicht wie sonst rechts auf rechts zusammen, sondern zuerst links auf links auf der halben Nahtzugabe. Dann kürzt man die Nahtzugabe auf ca. 3mm, wendet das Teil und näht dann rechts auf rechts die normale Naht auf der Nahtzugabe. Dieses Video zeigt's ganz genau ;-)

Das Ergebnis sind ganz saubere Innennähte. Das sieht man zwar von außen nicht, aber das bisschen Mehraufwand lohnt sich definitiv: ich freu mich jedes Mal wie ein Kind, wenn ich das sehe und denke, das bekommt man an einer Standard Bluse aus dem Laden für normales Geld normalerweise nicht ;-)
Nächstes Mal versuche ich eine noch kleinere Nahtzugabe zu bekommen...

Diese Bluse war, nachdem ich die Zeitschrift in den Händen hielt, sofort auf meiner Liste, so wie bei einigen anderen Bloggerinnen auch.
Sie näht sich schnell, ist blusiger als ein Shirt und shirtiger als eine Bluse und damit sowohl zu Jeans ein lässiger als auch zu einem Rock ein schicker und vielseitiger Begleiter.

Man hat in den letzten Wochen einige super schöne Varianten gesehen,  z.B. Frau Vau  hat gleich zwei davon genäht, sie hat sogar in der zweiten Variante eine Knopfleiste drangebastelt!

Und es stimmt: dieser Schnitt lädt zum Experimentieren ein -  ich hätte auch gerne noch mehrere Varianten:
  • aus leichten Jersey
  • mit geknöpftem Schlitz
  • Schlitz und Bindeband am Rücken
  • hinten ein längerer, abgerundeter Saum
  • verlängern zum Kleid
  • .....
Jetzt brauche ich nur noch 6 Wochen Urlaub, dann fallen mir bestimmt noch viele andere Variationen ein ;-).

Aber der erste Schritt ist schon getan:  die nächste Pam liegt schon zugeschnitten an der Nähmaschine - ich probiere, wie sich dieser schöne Schnitt aus einem leichten Jersey macht ;-)
Die Jeans ist übrigens der Schnitt von Jalie (in diesem Beitrag schon mal als gut tragbares Probeexemplar gezeigt) - für mich ein idealer Jeans - Schnitt (ich freu mich so, dass es wieder mehr flared Jeans (mit ausgestelltem Bein) zu sehen gibt!!!), aber davon mehr das nächste Mal!

Beim Me Made Mittwoch, wo man sich jede Woche trifft, um schöne, kreative, selbst genähte Kleidung zu bewundern, möchte ich natürlich auch nicht fehlen!

Schnittmuster"Pam" aus der LMV Jan/Feb 2016
Stoff: Viskose von butinette
Anpassungen: genäht in Gr 36, ohne weiter Anpassung
Schwierigkeit: leicht bis mittel
Nochmal machen: ja, definitiv - ausgeschnittene Teile liegen schon bereit!

Euch noch eine schöne Woche!

Viele Grüße,
SuSe