Dienstag, 28. April 2015

Lieblingsteile kopieren: Top "MH" : Teil 2

In dieser Serie geht es um das Kopieren eines Lieblingstops einer Freundin von mir und hier findet Ihr alle Beiträge meiner kopierten Kleidungsstücke!

Im ersten Teil habe ich beschrieben, wie man das Top analysiert und wie man den Papierschnitt entwickelt.

Ausgeschnitten ist alles. Jetzt wird sich zeigen, ob meine Interpretation dessen, wie der Ausschnitt am Vorderteil funktioniert richtig war :-).

Und jetzt das ganze praktisch am "lebenden" Objekt. Ich übertrage die Markierung der Falten auf den Stoff:


Jetzt wird gefaltet
Ich falte den Stoff auf der Mittellinie nach außen (die Falte steht auf der rechten Stoffseite nach oben). Dabei treffen die beiden Linien von 1,5 cm aufeinander.

Wenn man den Stoff jetzt auseinander zieht, steht die Falte nach oben weg.

So werden dann nach und nach alle 5 Falten gelegt.

Dort wo die Nadeln eingesteckt sind, verläuft die Nahtlinie ca. 8 cm nach unten. Genäht wird auf der rechten Stoffseite!
Später, wenn die Falten genäht sind, müssen sie in der Mitte "plattgedrückt" und gebügelt werden, das sieht dann in etwa so aus:

Zum Schluss werden die Falten noch mit eine Steppnaht entlang der Nahtzugabe angesteppt, dass sie nicht mehr verrutschen können.

Das zweite Vorderteil wird jetzt ganz genau so gefaltet und genäht.

Dann legt man beide Teile rechts auf links so übereinander, dass die mittlere Falten beider Teile übereinander liegen. In der Nahtzugabe zusammensteppen und  - fertig!


Das geht jetzt zum ersten Mal zum Creadienstag, wo Ihr noch viele andere tolle Kreativprojekte bewundern könnt!
!
Weiter geht's beim nächsten Mal!

Viele Grüße,
SuSe




Mittwoch, 22. April 2015

#Upcycling 1: "Fauve" die Erste

Meine neue Bluse war mal ein Herrenhemd!

Das ist ein Projekt, das ich schon ewige Zeiten mal vor hatte. Die von meinem Mann letztes Jahr ausgemusterten Hemden sind daher von seinem in meinen Schrank gewandert und warteten dort brav auf Weiterverarbeitung.

Top Fauve Schnittmuster + video
Quelle: La Maison Victor
Als ich dann in der Herbstausgabe 2014 "La maison Victor" die Bluse  "Fauve"entdeckte, machte es klick.

Die sollte es werden!

Und was soll ich sagen:
Sie ist es geworden und wird nicht die einzige bleiben!

Der ehemalige Rücken ist jetzt vorne. Die Knopfleiste, die ehemals vorne war, ziert jetzt den Rücken. Das ist natürlich beim Schnittmuster so nicht vorgesehen, sie ist aber nun schon mal am Hemd vorhanden, und ich mag Knöpfe am Rücken.


Die Belege für Hals und Armausschnitte ist ein hübscher weißer Baumwollstoff mit hellgrauen Tupfen - der macht das Muster etwas weiblicher, ohne zu verspielt zu werden.


Durch die Falten am Halsausschnitt blitzt der Tupfenstoff auch schön hervor...




Hier einmal von allen Seiten:



Und nochmal in Kombination mit Jeans, Rock und Wickeljacke drüber (Schnitt abgenommen von einer Kaufwickeljacke, etwas zu groß geraten :-), aber sehr praktisch und bequem)

Genäht habe ich die Größe 34 - sie passt genau. Auch die Anleitung war klar und verständlich - die Bluse ist leicht zu nähen.

Und weil's so schön war hängt hier schon das nächste Hemd an der Puppe:


Diesmal dokumentiere ich mit, wie aus dem Hemd die Bluse wird und zeige das bald mal.

Beim MMM zeigt Gastbloggerin Susi heute ein wunderbares Sommerkleid!

Edit: 04.09.2015 auch verlinkt bei Liaison, die gerade einen Upcycling SEW Along gestartet hat, bei dem ich gerne dabei bin!
Und hier findet Ihr meine anderen Upcycling Projekte, und auch die versprochene Dokumentation!

Und was habt Ihr so gezaubert?

Bis demnächst

VG SuSe


Dienstag, 21. April 2015

Lieblingsteile kopieren: Top "MH" Teil 1

Lieblingsteile - wer hat sie nicht? Und wenn das Lieblingsteil in der Wäsche ist oder in die Jahre gekommen ist, muss Ersatz her. Kaufen geht dann oft nicht mehr, aber nähen, das kann man immer versuchen!

Es ist nicht das erste Mal, dass ich das mache - andere Kopier - Projekte habe ich hier schon mal dokumentiert.

Das spannendste dabei ist immer, wie man vom fertigen Kleidungsstück wieder zurück zum Schnittmuster kommt. Da sitze ich dann oft stundenlang vor dem Teil, drehe und wende es, messe aus und versuche es zu verstehen.

Hier ist ein weiteres Lieblingsteil an der Puppe: ein schönes Sommertop mit gefaltetem Ausschnitt und Wickeloptik am Vorderteil...von einer Freundin. Die noch eine zweite Version wollte....


Hier nochmal der gefaltete Ausschnitt (da man das mit dem Muster nicht so gut sieht habe ich versucht, das mit den weißen Linien zu verdeutlichen):

Der gibt dem Ausschnitt Form, lässt das Top aber ansonsten locker nach unten fallen - eben genau das Richtige für warme Sommerabende!

Außerdem überlappen sich linkes und rechtes Vorderteil...das ergibt die Wickeloptik.


Für die Grundform habe ich mir einen vorhandenen Schnitt für ein simples Top herausgesucht, mit dem ich meinen neuen Papierschnitt immer mal wieder vergleiche, um nicht völlig die Orientierung zu verlieren.

Dann kümmere ich mich erst mal um das obere Vorderteil:

Hier gibt es 5 Falten und der Ausschnitt ist in diesem Bereich 15 cm breit.
Das Messen (und die Logik) ergibt, dass eine Falte ca 3 cm breit ist. Außerdem sind die Falten in der Mitte platt gedrückt (für diese Art von Falten gibt es bestimmt auch einen Fachausdruck - weiß den jemand?).

Das heißt unter der Falte sind je auch noch einmal links und rechts je 1,5 cm. Wenn ich also so eine Falte auseinander nehmen würde, brauche ich je Falte 6 cm Stoff.



Der komplette Stoffverbrauch für eine Falte liegt bei 6 cm:


Eine Falte ist am Ende 3 cm breit - in der Grafik rot hinterlegt:


Beim Zusammenfalten und Plattdrücken der Falten, schieben sich dann die in der folgenden Grafik grün markierten Teile wie mit den blauen Pfeilen markiert unter die Falte:

So dass man am Ende 5 Falten in einer Breite von je 3 cm hat:


Die komplette Vorderansicht als Grafik:
links das fertige Teil, rechts das "auseinandergefaltete" linke Teil  -  also mit dem zusätzlich für die Falten benötigten Stoff:



Oh wow, war das jetzt nachvollziehbar? Ich hoffe.....

Beide Vorderseiten des Tops sind tatsächlich spiegelgleich inklusive der Falten. Wahrscheinlich könnte man das darunter liegende Vorderteil auch ohne Falten anfertigen - ich will aber hier versuchen, so genau wie möglich zu kopieren. (Außerdem kann ich nicht abschätzen, was für einen Effekt das hätte....)

Wenn ich jetzt die Abmessungen richtig habe, sollte das Vorderteil nicht mehr so schwer sein und kann mich an den Papierschnitt machen.


Dazu pinne ich das Top erst Mal auf einen großen Bogen weißes Papier (Flipchartpapier - das ist groß genug, ist nicht so teuer und hat bei Bedarf auch Karos!) und ziehe mit Bleistift die Konturen nach. 

Das ist nicht ganz so einfach, da die beiden Teile des Vorderteils ja bis zum Ende der Falten (blaue Linien oben in der Grafik) zusammen genäht sind. 


Also kopiere ich die untere kurvige Kante des Vorderteils bis zur breitesten Stelle (dass sollten dann oben die benötigten 30 cm ergeben) und ziehe dann die Linie gerade hoch bis zur Ausschnittkante.

Die Papierteile sehen dann so aus:

Dann markiere ich mir noch die Falten und bin fertig.

Der Rücken ist wesentlich einfacher - er sieht aus wie von einem Standard Top und wird oben mit einem Reißverschluss geschlossen.

Für dieses Teil brauche ich als Papierschnitt nur die Hälfte, da der Rücken bei meinem Teil aus zwei Teilen besteht und oben mit einem Reißverschluss geschlossen wird.

So sieht das Schnittteil dann aus:






Hier auf den Fotos erkennt man noch Belege auf der Innenseite des Tops, die die Hals- und Armausschnitte versäubern.

Belege sorgen für etwas Stabilität und dafür, dass man schöne Hals- und Ärmelausschnitte erhält. 
















Und man braucht auch dafür Schnittteile. Die kann man sich am besten vom jeweiligen Schnittteil vorne bzw. hinten abnehmen.
Beim Vorderteil muss man allerdings vom "fertigen" d.h. schon gefalteten Vorderteil ausgehen, muss also den "Mehrstoff" für die Falten wieder wegdenken. Das habe ich auf den Schnittteilen aufgezeichnet:

Jetzt sind alle Schnittteile zusammen, und ich kann ausschneiden!
In unserem Stoffladen haben wir uns diesen tollen weich fließenden Viskosestoff ausgesucht. Das sind die richtigen Farben für den Hochsommer ;-)



Bald geht's weiter!

Viele Grüße,
SuSe







Mittwoch, 15. April 2015

MMM#18 - Wiederholungstat

Ich habe tatsächlich mal einen Schnitt wiederholt (burda 3/2014 Modell 106) - weil's so schön war :-). Und weil der Chiffon in blau so toll war. Und weil eine rote Bluse im Schrank einen blauen Zwilling braucht.

Also heute hier meine blaue Bluse:



Was soll ich sagen - ein zweites Mal näht es sich doch leichter, da es nicht mehr ganz so vielen Rätseln auf den Grund zu gehen gilt.

Es ist so schön, dass das Wetter endlich mal wieder eine weiße Jeans zulässt - das ist schon der Auftakt in Richtung Sommer. Heute sind hier sogar schon 27 Grad angesagt!


Diesmal habe ich von vorneherein auf Manschetten verzichtet (ich muss unbedingt mal eine "richtige" Bluse nähen), denn der Chiffon hatte an der Webkante so lustige Fransen, die ich unbedingt mit nutzen wollte. Ich bin gespannt, ob mich die irgendwann mal nerven :-).



Jetzt muss ich schnell los zur Arbeit, dann habe ich heute Nachmittag noch was vom schönen Wetter! 

Beim Me Made Mittwoch zeigt Nina heute ein wunderschönes Kleid und gibt die Bühne frei für weitere Frühlings Kleider, die es zu bewundern gilt - das mache ich dann ausgiebig nach Sonnenuntergang!

Viele fast schon sommerliche Frühlingsgrüße,
SuSe

Mittwoch, 1. April 2015

MMM#17 Chevron Rock

Der Frühling hat uns schon mal einen kurzen Besuch abgestattet und ich hoffe, dass damit auch die Tage, an denen es morgens etwas wärmer ist, in greifbare Nähe rücken. Auch wenn das gerade heute nicht danach aussieht...

Zeit für mich, auszuprobieren, wie sich mein im letzten Sommer genähter Chevron Rock (eigentlich gefühlt ein Sommer Rock) in diese Jahreszeit einfügt. Letzten Sommer habe ich ihn schon ausgiebig und gerne getragen und kann es kaum erwarten, ihn mal wieder anzuziehen.

Geht das überhaupt jetzt schon, oder ist und bleibt er ein Sommerrock?

Also erst mal mit Thermostrümpfen (obwohl ich die eigentlich gerade gar nicht mehr anziehen mag), Jacke und Pulli:


Das geht zwar, aber das sind schon krasse Kontraste - ich bin mir nicht sicher, ob mir das nicht zu heftig ist.

Vom Schnitt ist das ein einfacher Bleistiftrock. Welchen Schnitt ich verwendet habe, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr, aber der Rock hat vorne und hinten zwei Abnäher, oben einen kleinen Bund und hinten schließt er mit einem Knopf - also Standard, würde ich sagen...

Den Rock habe ich zusätzlich ein klein wenig ausgestellt - das kommt meiner Figur entgegen :-) (wie das geht, könnt Ihr hier sehen - ist auf englisch, aber auch sehr anschaulich).

Geht auch mit Strumpfhosen "natur" - also mit "Frühlingsbeinen" und ohne Jacke, was mir tendenziell besser gefällt:


Und wenn dann das Ende des Frühlings den Sommeranfang einläutet, geht der Rock auch so:


Da freue ich mich drauf!

Dieser Rock wandert auch gleich mit in meine Frühjahrsgarderobe für deren Zusammenstellung heute auch Finale bei Elle Puls angesagt ist, denn an etwas wärmeren Frühlingstagen werde ich ihn definitiv schon tragen!

Und natürlich wandert er auch zum MMM, wo heute Karin (dreikah) heute nicht nur ein tollen Wickelkleid zeigt, sondern auch ein paar tolle neue Aktionen ankündigt!

LG,
SuSe