Sonntag, 28. September 2014

Hosen Herbst #2b - Nachtrag

Ja, ich habe tatsächlich noch einen Nachtrag (danke, Meike, dass Du das so anbietest!):
ich habe die allererste von mir genähte Hose doch noch wieder gefunden: das war eine Schlaghose auch von burda (Nummer muss ich raussuchen), aber man sieht ganz deutlich, woran es in der Passform hapert:

Die Hose steht am Rücken ab, der Bund ist vorne höher als hinten und ist mir vorne auch viel zu hoch.
Full or flat butt adjustments
Quelle: www.sewalongs.com
Um das jetzt besser zu machen, habe ich hier in einem Sew Along von Clover Patterns eine ganze Menge Tipps für eventuelle erforderliche Anpassungen gefunden, nach "meinen" Anpassungsthemen geschaut und diese ausgedruckt.

Dann habe ich mich letztens an die Arbeit gemacht.

Bewaffnet mit dem Schnitt (ich habe mich jetzt erst Mal für die slim fit Hose Nr.115 aus der burda 3/2014 entschieden), einer Runde Nesselstoff, einer engen Kaufhose (zum spicken), meinen Maßen, den Tipps für die Anpassungen für eine schmale Taille und einen runden Po und jeder Menge Enthusiasmus habe ich mit einer Probe Hose aus Nessel angefangen (ich wollte ja den "echten" Stoff nicht versauen).

115 0314 B
Quelle: burda style

Und dabei zumindest wieder eine ganze Menge darüber gelernt, wie ich eigentlich ticke. Nessel - das ist ja nur zur Probe. Das kann man ja eben schnell machen. Da muss man sich auch nicht so konzentrieren, geht ja schnell und ist ja nur zur Probe.

Ja, ja....ich glaube so viel Mist habe ich selten gemacht :-)! Beim Zuschneiden die Nahtzugabe vergessen, also alles nochmal neu, schätzungsweise jede Naht mindestens einmal falsch rum zusammengenäht, die Passen verkehrt herum angenäht....

Ich wäre schneller gewesen, und hätte weniger Stoff verschwendet, wenn ich mich gleich richtig konzentriert hätte. Schließlich ist das Nesselteil zwar zur Probe aber durchaus eine ernstzunehmende Vorlage....ich gelobe Besserung.


Jetzt doch keine Änderungen? Oder wie? Sicher???

Am Ende, nach  gefühlt endlosem vergewissern, nachmessen und immer neuen Anproben der Nesselhose hatte ich alle Anpassungen des Schnitts wieder rückgängig gemacht  - und das Nesselteil passte! Komisch...

Ich glaube (aber eigentlich auch nicht wirklich. Oder doch? Kann das sein?), dass ich an dem Schnitt nichts wirklich Grundlegendes ändern muss, außer die Passe am Rücken noch schräger zusammennähen, so dass die Taille enger wird. Ok, soviel zum Glauben...der Beweis (oder Gegenbeweis) folgt demnächst.
Nessel dehnt sich nicht, der Stoff, den ich ausgewählt habe jedoch schon - trotzdem habe ich zur Sicherheit jetzt nur noch ein wenig großzügigere Nahtzugaben im Schritt und um den Hüft-/Po-Bereich gelassen, um ggf. noch Spielraum zu haben (ob das hinhaut??? Macht das Sinn??? Na ja, ich werde sehen...)

Da ich diese Hose im Jeans Style haben möchte, tobe ich mich, bevor ich die Passform prüfe, erst Mal mit den ganzen Ziernähten aus. (...logisch, oder? Das Wichtigste zuerst :-))

Zusammenfassend habe ich bisher folgendes durch den Hosen Herbst und auch durch weitere Recherchen gelernt:
  • es gibt anscheinend kein einfaches Kochrezept für das schneidern von passenden Hosen, man muss einfach ran und ausprobieren
  • fast jeder muss Standardhosenschnitte an die eigene Figur anpassen - da hilft nix
  • ich bin nicht die einzige, mit einer Sanduhren-Problematik  - das lässt auf weitere gute Ideen und Tipps hoffen :-)
  • Am schwierigsten ist  - so zumindest mein  Verständnis - die Schrittnaht, hier muss man experimentieren (runder Po, flacher Bauch, Hohlkreuz umgekehrt oder beides...)
Jetzt bin ich mal gespannt, wie ich das weiter in die Praxis umsetze.

Mir ist das Knopflochgarn ausgegangen, das ich für die Ziernähte nutze, kann also über wirklich wichtige Erkenntnisse noch nicht berichten :-), (Zeit schinden, sich Drücken vor einer eventuell negativen Erkenntnis...), werde mich dem aber im nächsten Blog stellen.

Ich bin sehr gespannt, wie es bei Euch anderen weitergegangen ist, ob es noch neue Teilnehmer/innen gibt und dann später im Oktober, wer den nächsten Beitrag bei Frau Crafteln zum Hosen Herbst schreibt!!

Viele Grüße,
SuSe







Mittwoch, 24. September 2014

MMM - das letzte Sommer Outfit

Die letzten schönen Tage habe ich dazu genutzt, eines meiner Lieblingskleider, das ich schon im Frühjahr genäht habe, nochmal auszuführen und es Euch heute vorzustellen:

Der Schnitt ist aus der burda style April 2014 und war mein erstes selbstgenähtes Kleid.  Und es ist definitiv mein Kleid! Wenn ich so was im Laden sehe, bleibe ich grundsätzlich daran hängen  - ein richtiges SuSe Kleid.

Und nachdem ich jetzt ein Schnittmuster dazu besaß wollte ich das auch unbedingt selbst nähen!

Mit burda Größen habe ich allerdings schon ein paar mal echt daneben gegriffen, weil ich die Maße und Größen partout nicht mit mir in Einklang bringen konnte. Da das diesmal nicht passieren sollte, habe ich kurzerhand die burda hotline angerufen.

Ein komisches Gefühl war das schon, ich denke ja immer, dass ich die Einzige auf der Welt bin, die dieses oder jenes Problem hat, nicht versteht oder  Fragen hat  - ja, ich weiß, dass das nicht stimmt, aber das ist wieder die Sache mit dem Gefühl und dem Verstand :-)

Jedenfalls hat mir die sehr freundliche Dame erklärt, dass ich bei Oberteilen die 34 wählen , aber im Brustbereich nicht zu knappe Nahtzugaben wählen sollte, da das sonst  - gerade bei eng geschnittenen Teilen und nicht dehnbarem Stoff  - eventuell genau die 5 mm sind, die fehlen.

Bei Röcken und Hosen, soll ich mich aber eher Richtung 36 und wenn's eng wird (also nicht Empire) sogar Richtung 38 orientieren, muss aber immer in Richtung Taille auf 36 reduzieren.

Das klang erst Mal heftig, das sind ja 3 Größen für ein Kleid! So komisch sehe ich doch gar nicht aus??? Aber das sei alles ganz normal (das sehe ich inzwischen auch so, nachdem ich die Nähwelt aus der Sicht vieler super toller Bloggerinnen kennengelernt habe  ;-)), aber wenn man sich damit das erste Mal auseinander setzt, ist das schon sehr komisch.

Aber geholfen hat dieser Tipp.
Also wurde das Oberteil in Größe 34 genäht und die Rockbahnen in Richtung Hüfte auf Gr. 36 erweitert - das passte auch direkt (ist ja aber auch Empire mit viel Platz um die Hüften :-))

Aber - wozu ein Top einnähen???

Massive Schwierigkeiten hatte ich mit dem einzunähenden Pseudo Top, das den Ausschnitt ganz niedlich mit Spitzen zieren sollte.
Zum einen habe ich mit der Anleitung nur Bahnhof verstanden. Mit ausprobieren war da auch nicht viel zu machen, denn das Ganze passte überhaupt nicht zusammen und verzog den ganzen Ausschnitt auf ziemlich unschöne Art und Weise. Anrufen wollte ich dann doch nicht nochmal...Und Spitzen am Ausschnitt sind auch nicht ganz mein Fall...

Quelle: burda style
Aber, was man nicht braucht, kann man ja auch einfach weglassen - heutzutage hat man ja auch echte Tops im Kleiderschrank, also wird das drunter gezogen und alles ist gut.

Man muss es sich ja nicht unnötig schwer machen... :-)

Und : Ich liebe dieses Kleid! Und habe es während des Sommers wirkich oft getragen. Es hat genau die richtige Länge, ist luftig und doch angezogen, und das Top drunter ist definitiv die bessere Variante als das eingenähte Spitzen Pseudo Top.

Man kann es ohne oder auch mit Strickjacke anziehen, daher passte es letzte Woche auch nochmal gut zum Wetter.

Morgens hätte ich es ohne Strickjacke dann doch zu kalt gefunden und Nachmittags waren ja dann doch nochmal bis 27 Grad - da war das Kleid genau das Richtige.

Der Baumwollstoff ließ sich super gut verarbeiten und knittert kaum, so dass es auch den ganzen Tag im Büro übersteht. Es ist der Cotton medium dots 3 von stoffe.de.

Die Fotos sind irgendwie nicht der Hit, Selbstportaits mit Handy vor dem Spiegel, aber leider habe ich aktuell wenig Alternativen. Vielleicht nach Weihnachten :-). Dafür müssen wir uns auch nur noch dreimal umdrehen und schon kommt das Christkind.


Findet Ihr nicht auch, dass die Zeit rast? Ich bin gespannt, wer auch noch den Sommer festhält, oder wer sich mit MMM schon in den Herbst aufgemacht hat! Schaut mal hier!

Viele Grüße, SuSe

Mittwoch, 17. September 2014

MMM im September - Hippie?

Rechtzeitig zum Spätsommer, für den ja lange Ärmel durchaus schon hilfreich sein können, ist mein Hippiekleid fertig geworden:

Der Schnítt "Shirt oder Kleid" stammt von allerlieblichst, von wo ich ihn schon vor Monaten mal heruntergeladen hatte und ich einfach noch nicht den richtigen Stoff dazu gefunden hatte.

Beim Schlussverkauf von Stoffe.de gab es dann diesen leichten gecrashten Jersey (Crincle Jersey Happy Sixties 3), den ich zunächst super toll, dann eher schwierig und dann wieder super toll fand. Das liegt daran, dass mir das Muster super gefällt, ich aber nicht unbedingt ein Fan von der Farbe Orange bin. Aber in Kombination mit dem Grün, Schwarz und Grau gibt es dem Stoff dann auch wieder ein Stück Freundlichkeit und Wärme...


Die Anleitung von allerlieblichst war super toll und echt gut verständlich. Ich musste nur das Oberteil eine Nummer verkleinern da der Schnitt erst ab Gr. 36 los geht. Das geht mir aber oft so, insofern kenne ich das schon. Ich habe ein ganz ähnlich geschnittenes Kaufkleid und habe mich daran orientiert. Das klappt meist ganz gut.

Aber ich baue mir ja meine echten Schwierigkeitsgrade gerne selbst ein!
Der Stoff war nämlich doch etwas durchsichtiger, als ich dachte - das heißt, er musste gefüttert werden. Das war nicht wirklich einfach. Ich hatte noch einen hellen Jersey übrig, der für diesen Zweck genau richtig war, und irgendwie sitzt es jetzt auch einigermaßen.

Außerdem war der bunte Jersey beim ersten daran ziehen etwas weniger dehnbar, als ich das von Jersey gedacht hätte, also plante ich an der Seite noch einen Reißverschluss mit ein.

Hey, das war der erste Reißverschluss, den ich nur einmal eingenäht habe! Nicht 10 Mal wieder auftrennen und neu einsetzen! Nein, diesmal saß er schon beim ersten Mal (*völlige Begeisterung*).

Etwas ernüchternd war dann allerdings, die Erkenntnis, dass der Stoff doch dehnbar genug war und ich den Reißverschluss doch nicht gebraucht hätte. Egal, jetzt ist er drin :-)!

Ach so, und etwas zu kurz war mir das Kleid auch (das hätte ich auch vorher schon merken können, habe ich aber nicht...). Also habe ich unten noch einen kleinen Volant eingenäht. Der ist nicht ganz perfekt geworden, schätze, das muss ich noch üben und herausfinden wie man das richtig macht, stört aber auch nicht wirklich.

Trotzdem, bin ich sehr angetan und habe das Kleid auch schon ausgeführt.

Falls es dann noch etwas kälter wird, geht es auch mit Strickjacke drüber!

Vielleicht ist das auch mit Stiefeln noch steigerungsfähig??? Das habe ich noch nicht probiert, werde es aber bestimmt noch nachholen.

Jetzt muss ich noch begreifen, wie ich das bei MMM verlinke, bin gespannt auf die anderen MMM Beiträge und freue mich wie immer über Kommentare!

Viele Grüße SUSe










Donnerstag, 11. September 2014

Positiv umdeuten - (oder UFOs Teil 2)

Manchmal muss man etwas "umdefnieren". Wie z.B. bei meinem Dreieckskleid. Das habe ich jetzt vom Zustand UFO in den Zustand "fertig" geschubst.



Und das kam so

Das Dreickskleid war ursprünglich gar kein Dreieckskleid.  Der Schnitt stammt aus der Zeitschrift "meine Boutique" Ausgabe Nr. 3 April - Mai 2014 und ist irgendwie tatsächlich (kaum zu glauben) der Schnitt vom Titelbild.


Da ich immer noch extrem unsicher mit den Größen bin, wollte ich erst mal üben und verwendete dafür einen graubraunen elastischem Jeansstoff, den ich vor einigen Monaten schon günstig bei butinette gekauft hatte.

Dann stürzte ich mich auf das Schnittmuster (waren ja anfängerfreundlich nicht viele Teile) und nähte das Ganze ganz schnell zusammen.

(Ach so: ein Futter hatte ich mir noch dazu ausgeschnitten, denn Jeansstoff auf Strumpfhosen trägt sich ja nicht so gut. Damit hatte ich zwar schon die erste Abweichung vom Plan, aber egal, man ist ja kreativ und erfinderisch. Außerdem war das gleich eine gute Gelegenheit mal das Thema auszuprobieren. Dazu befragte ich ein weiteres Video von Angela Kane (ich muss sagen, diese Videos sind echt gut...).)

Am Ende stand ich da mit einem viel zu weiten, grauen, kartoffelsackähnlichen Stück Stoff am Leib...das war noch vor meinem Blog, die Fotos die davon existierten habe ich vor lauter Schreck wieder gelöscht, demnächst weiß ich ja, dass ich blogge, dann werden auch die unschöneren Fotos gezeigt :-)

Aber mein Ehrgeiz es doch noch zu einem guten Ende zu bringen war groß.

Also musste meine Schneiderpuppe herhalten, ich habe das gesamte Oberteil und den Rock vor allem in der Taille viel enger genäht - das sitzt jetzt relativ figurnah und der Rock ist weiterhin ausgestellt.

Auf den ersten Blick passte das Kleid jetzt wenigstens. Aber graubraun war es trotzdem noch. Und auf einmal wurde mir die linke Seite des Stoffes viel sympathischer, sie war viel heller und freundlicher. Aber kann man einfach so die linke Stoffseite zur "guten" Seite umdefinieren?

Ich war der Meinung, das geht - also habe ich wieder alles auseinander gefriemelt.
Dabei habe ich mit dem Nahttrenner am Reißverschluss den Futterstoff teilweise zerstört und musste diesen neu zuschneiden (ich frage mich immer noch, ob der Nahttrenner Freund oder Feind ist und bewundere die Ausdauer von machenstattkaufen, die ihren Nahttrenner auch regelmäßig bemüht, sich damit aber offensichtlich wesentlich leichter tut, als ich).

Und natürlich habe ich dann alle Stoffteile diesmal mit der linken Stoffseite nach außen wieder zusammengenäht

Jetzt hatte ich ein helles, passendes, aber immer noch graues und etwas langweiliges Kleid. Das konnte nicht so bleiben und irgendwie kam ich auf die Idee, um die Taille herum Dreiecke aus dem gleichen Stoff aber diesmal der rechten Stoffseite aufzunähen.

Vorne war das schnell erledigt. Hinten habe ich vertagt.



Eigentlich wollte ich auch die ganze Zeit immer noch die Dreiecke hinten aufnähen, es gab aber immer wichtigeres oder interessanteres zu tun.

Aus UFO wird FO 

Und so hing das Kleidchen als UFO wochenlang in der Ecke rum. Bis der Sommer beschloss, dass es jetzt reicht mit schönem Sommerwetter .

Auf einmal hatte ich Lust, dieses Kleid auszuführen. Der Vollständigkeit halber habe ich die Beule hinten noch entfernt und..

...und es hat mir gut gefallen. Anderen offensichtlich auch, denn es gab auch Komplimente dafür.



Ob ich allerdings die Dreiecke auf der Rückseite
nochmal annähen werde, weiß ich noch nicht. Nach so einer langen Pause habe ich völlig vergessen, welches von den vielen verschiedenen braunen Garnen ich zum Annähen benutzt hatte und welche Einstellung die Nähmaschine für das Aufsticken der Dreiecke hatte.

Egal. Mit und ohne Strickjacke auf jeden Fall gut tragbar, also kein UFO mehr!



Vielleicht nähe ich auch nochmal die passende Jacke dazu  - den graubraunem Jeansstoff habe ich noch :-).

Viele Grüße,

SuSe

Donnerstag, 4. September 2014

Lieblingsteile

Es ist inzwischen nicht mehr das erste Mal, dass ich ein gekauftes Kleidungsstück kopiere. Dabei lerne ich immer eine ganze Menge darüber, was das gekaufte Teil eigentlich zu einem Lieblingsteil macht. Bei eigenen Lieblingsteilen, weiß man das einfach. Bei Lieblingsteilen von Freunden, erfahre ich das erst beim Nähen oder am Ende beim Bügeln...

Das ist schon richtig interessant, denn darüber habe ich mir bisher echt noch nie Gedanken gemacht.

Und das ist es: das Original Lieblingsteil eine luftig, leichte Tunika mit schöner Stickerei...(Stickerei?????? Au weia...)



Leichte Tragespuren - Lieblingsteil, eben. Aber das kann ich ja schnell noch reparieren.

Anfangs hatte ich das Thema Stickereien verdrängt und dachte, dazu fällt mir schon noch was ein. Meine erste Idee war, den Aussschnitt mit einem weißen Baumwollstoff mit hellgrauen Punkten einzufassen. Das habe ich aber schnell verworfen - das sah irgendwie stark nach Uniform aus....

Also musste ich das doch noch eine Weile sacken lassen...und habe mich zuerst im den Schnitt gekümmert.







Wie immer habe ich die Tunika auf einen Bogen weißes Papier gepinnt. Ich nehme dafür immer Flipchartpapier, das ist auf einer Seite weiß und auf der anderen kariert (praktisch, wenn man mal rechte Winkel oder gerade Linien braucht), ist relativ stabil und auch nicht zu teuer.

Die Tunika wird auf ein großes Blatt Papier gepinnt.


Dann umreiße ich die Konturen mit Bleistift....
Damit ich die Armausschnitte erfassen kann, klappe ich die Ärmel nach innen weg...


...hier noch den hinteren Halsausschnitt...
Beim vorderen Halsausschnitt wird es wieder etwas trickreich: Um diesen zu kopieren, nehme ich eine Stecknadel und piekse diese in ca 2-3 cm Abständen an der Ausschnittkante entlang durch den Stoff auf das Papier. So entstehen ganz kleine Löcher in dem Papier, die ich sobald ich die Tunika vom Papier entfernt habe, mit Bleistift nachziehen kann.

Rück - und Vorderteil sind  - bis auf den Halsausschnitt vorne und hinten - baugleich. Insofern entspricht das jetzt umrissene Teil dem Rückenteil.

Jetzt habe ich einen groben Umriss und die grob eingezeichnete vordere Auschnittkante. Das muss alles noch ein bisschen genauer werden, also muss ich die Tunika ausmessen:

Hier am Beispiel der Schulterkanten:



Das gleiche muss man dann noch z.B mit der vorderen Ausschnitttiefe, den Armausschnitten, der Länge und Breite der Tunika machen und die Zeichnung auf dem Papier entsprechend  anpassen.

Am Ende haben sowohl Vorderteil als auch das Rückenteil keine Mittelnaht, so dass beide Teile im Stoffbruch zugeschnitten werden könnten. Das vereinfacht das Herstellen des Papierschnitts etwas - denn ich brauche nur die Hälfte für jedes Schnittteil und bekomme auf die Weise auch eine Symmetrie! Ich habe noch keinen Trick gefunden, wie ich ansonsten zwei absolut symmetrische Teile hinbekomme.

Danach noch schön mit Lineal, Kurvenlineal schöne Linien zeichnen, dann kann ausgeschnitten werden.
Hakelig ist es dann noch, die Belege für die Halsausschnitte zu bekommen.

Und so sehen meine Schnittteile dann aus:



Als nächstes muss ein Stoff her...gar nicht so einfach. Das Original ist ein ganz leichtes, weißes Baumwollgemisch ---- okay, das mit dem Gemisch, habe ich erst festgestellt, nachdem ich schon einen leichten weißen Baumwollstoff gekauft hatte--- :-).

Und so geht es also mit dem Baumwollstoff weiter - und mit weiteren Erkenntnissen über "warum Lieblingsteile Lieblingsteile sind": Baumwolle (auch leichte) geht ganz ohne Bügeln  nicht unbedingt....Mischgewebe, dann schon eher :-).

Damit steht jetzt schon fest, dass ich das Lieblingsteil mit meiner jetzigen Kopie sicherlich nicht toppen kann, aber vielleicht wird's ja trotzdem schön?

Zuschneiden, Abnäher stecken und nähen, Schulternähte zusammennähen und jetzt der Ausschnitt: der war nochmal richtig schwierig.

Dazu habe ich die beiden Belegstreifen (hinten und vorne) erst Mal als Ring so zusammengenäht, dass die beiden Nähte auf der Schulternaht zu liegen kommt. 

Danach wird der Belegstreifen rechts auf rechts an der Ausschnittkante festgesteckt und festgesteppt.

So sieht das dann von innen aus:
 Das Fummelige ist es jetzt, den Beleg nach innen zu klappen. Das geht ja an den halbwegs geraden Strecken noch relativ gut, aber unten an der Ecke des vorderen Ausschnitts, wird es echt fies: Hier muss man auch die Nahtzugabe bis kurz vor die Naht einschneiden, dass das überhaupt klappt.


Dann noch schnell innen feststecken



Und jetzt kann genäht werden.

Ärmel einnähen, Säume versäubern - und wie ist das jetzt mit der Ausschnittverzierung??????

Es gab vor einigen Wochen mal das Thema Sashiko Stickerei bei Lucy von nahtzugabe. Das finde ich ja total schön. Das muss ich erst üben...

Dann gibt es viele, die "malen" mit ihrer Nähmaschine. Das finde ich super spannend, und habe das gleich mal ausprobiert - mit mäßigem Ergebnis. Auch das muss ich erst mal heftig üben, bevor ich eine "fremde" Tunika damit quäle.

Also habe ich mal alle Zierstiche, die meine Maschine so hat in verschiedensten Stichlängen und Kombinationen ausprobiert und das ist das Ergebnis:


Gar nicht mal so übel, aber inzwischen habe ich ja noch weitere Kriterien gesehen, die am Ende das Lieblingsteil  - neben Schnitt und Passform - so alles ausmacht:
  • bügelfreier, ganz weicher Stoff
  • eine super schöne dezente Stickerei am Ausschnitt
Nächstes Mal dann! Und noch in einer anderen Farbe!

Viele Grüße, SuSe






Montag, 1. September 2014

Hosen Herbst #2

Hosen - ein leidiges Thema?

Hosen waren auch beim Shoppen für mich ewig ein ganz schwieriges Thema. Ich habe eine ausgeprägte Taille was bedeutet, dass ich (je nach Schnitt) bis zu 2 Größen kleiner in der Taille brauche als an der Hüfte. Die Hosen standen im Rücken immer Kilometer weit ab und mussten mit einem Gürtel zusammengerafft werden, was dann je nach Stoffmenge extrem unangenehm war. 

Und selbst anpassen? Das habe ich bislang noch nicht versucht. Ich stehe ja auch beim Nähen erst ziemlich am Anfang.

Trotzdem sind Jeans und Hosen mein liebstes Kleidungsstück und ich trage beides nach wie vor sehr gerne (obwohl ich auch Kleider und Röcke trage - ganz nach Lust und Laune)
Quelle: Pants for anybody; Autor Pati Palmer 

Das Problem löste sich für mich erst Mal, als dann Ende der 90er Jahre Anfang 2000 (au weia, ist das lange her!!!) der Bund von Jeans immer tiefer rutschte - und ich bin etwas irritiert darüber, dass der Bund seit ca. 2 Jahren wieder höher rutscht (das passt mir nicht wirklich).

Das mit dem zu hohen Bund war übrigens auch fast ein showstopper für die Hose die ich im letzten Blog gezeigt habe. In meiner Verzweiflung darüber, dass der Bund in der Taille saß (und entsprechend viel zu weit war (und mir außerdem auch in der Höhe überhaupt nicht gefiel)) habe ich den radikal von oben abgeschnitten.

Das war durchaus risikoreich, denn ich wusste nicht, was ich tat aber  - no risk no fun!

Mutig geworden, wagte ich mich dann an die zweite Hose ran (gleicher Schnitt, anderer Stoff)  kürzte den Bund schon im Papierschnitt und das ging dann, wie schon erwähnt, voll in die Hose. Warum? Keine Ahnung - ich habe (weil ich so sauer war) auch noch nicht weiter danach geforscht.

Auf dem Bild (leider ohne mich drin, mein Fotograf hatte keine Lust mehr, dazu muss ich mir auch noch was einfallen lassen) sieht das noch ganz ok aus, aber die Hose passt hinten und vorne nicht - sie ist im Bund viel zu eng geworden, der Reißverschluss geht nicht mehr zu und sie spannt über den Hüftknochen. Seitdem liegt sie als UFO gefrustet im Schrank.

Vor einigen Wochen (als der Sommer beschloss, dass er jetzt Pause macht und es irgendwie plötzlich empfindlich kalt wurde) dachte ich, ich müsste das Hosenthema  - noch bevor ich den Hosenherbst bei Frau Crafteln gefunden habe -  mal wieder aufgreifen und habe nach Fachliteratur gesucht.

Gefunden habe ich folgende (englischsprachigen) Bücher:
Quelle: amazon
Quelle: amazon
Englischsprachige Literatur hat oft den Vorteil, dass komplizierte Sachverhalte mit einfachen Worten dargestellt und erklärt werden. Bei deutsche Fachliteratur verfolgt mich manchmal der Eindruck, je komplizierte man sich ausdrückt, desto wichtiger wird man genommen...aber das ist nur mein ganz persönlicher Eindruck.

In diesem speziellen Falle ist es zwar auch so, dass die Sprache (bis auf zwei drei Fach Vokalbeln, die man nachschlagen muss) auch gut verständlich gehalten ist, aber mir scheint, ein Kochrezept gibt es nicht. Dort wird auch nichts anderes gemacht, als im Wechsel gesteckt, anprobiert, genäht, anprobiert, wieder aufgemacht, neu gesteckt...vielleicht ist das ja so bei Hosen????

Ansonsten habe ich auf vielen Webseiten, Blogs etc. nach Hilfestellung für Hosen gesucht, das war irgendwie noch nicht so ergiebig, da sich doch die allermeisten mit Shirts, Blusen, Kleidern und Röcken sowie mit Kinderkleidung beschäftigen.

Vielleicht habe ich aber einfach noch nicht intensiv genug gesucht :-).

Neben den ganzen Anpassungsproblemen vor denen ich sicherlich am meisten Respekt habe, steht noch die Frage mit dem Schnittmuster klar zu kommen. Wie wähle ich die richtige Größe, um am Ende nicht alles umbauen zu müssen: eher Taille (36) oder eher Hüfte (40)????

Abgesehen davon bin ich immer noch dabei, mich für einen Schnitt zu entscheiden.
Burda Style: Schnitte Katalog - Hosen & Overalls - Hose mit Bundfalten – Marlene-Hose – Hosenträger
Quelle. burda Verlag

Nachdem ich bei Jenny vom Exclamation Point diese Hose entdeckt habe, ist der definitiv noch in meine Auswahl mit reingerutscht





Aktuell habe ich 4 verschiedene Stoffe zur Auswahl, aber wie immer kann man nicht alles gleichzeitig machen und nicht jeder Stoff passt zu jedem Schnitt.


Ein Stretch Popeline - vom Muster her eher klassisch für Hosen,
wobei dieser fast zu stretchig ist -
vielleicht doch eher für ein Kleid?
Dagegen ist dieser Stoff völlig ohne
Stretch - eine Hose hieraus sollte
nicht ganz eng sein :-) 
Das ist ein Stretch Köper
- spricht für enge Jeans
...mit Stiefeln und schwarzem Rolli?
Auch ein Stretch Köper
- entweder enge Jeans oder eng bis zum Knie, danach mit Schlag?
Auch mit schwarzem Rolli?




























Aktuell neige ich eher zu einem der beiden unteren Stoffe...und der engen Jeans Variante.

Auch das wird sich in den nächsten Wochen zeigen ;-)

Und womit kämpft Ihr so?

Bis dahin!

SuSe